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MHK-Welt

MHK-Welt: Die Zeitschrift der MHK Group

Die MHK-Welt ist die Unternehmenszeitschrift der MHK Group. Sie erscheint zu aktuellen Anlässen wie zur jährlich stattfindenden Hauptversammlung oder zu Messen der Küchen- und Möbelbranche. Die neuesten Ausgaben stehen Ihnen hier als Download zur Verfügung.

Pressekontakt:
Dr. Sabine Theadora Ruh
Tel.: +49 (0) 61 03 / 391-407
E-Mail: s.ruh@mhk.de

Hauptversammlung 2018

01.05.2018: Mitarbeiter 4.0 als Erfolgsfaktor

MHK Group weiterhin auf Innovationskurs

Berlin (str). Sogar die Roboter tanzten auf der diesjährigen Hauptversammlung der MHK Group. Das passte zu „Erfolgsfaktor Mensch“, Motto und roter Faden der 38. MHK-Hauptversammlung, die zum 19. Mal im Berliner Estrel Hotel stattfand. Wiederum präsentierte Gastgeber und MHK-Vorstandsvorsitzender Hans Strothoff ein Rekordergebnis zu Beginn des Gipfeltreffens: mit einem Wachstum von knapp 10 Prozent und einem neuen Rekordumsatz von mehr als 5,5 Milliarden Euro – einer halben Milliarde mehr als im Vorjahr.

„Der Erfolgsfaktor Mensch“, sagte er in der Begrüßung der 2.811 Gäste, „ist deshalb so wichtig, weil auch das digitale Zeitalter von Menschen gestaltet wird! Denn es sind die Menschen, die begeistern.“ Redner Christoph Burkhardt, seines Zeichens Innovationspsychologe, ergänzte mit „Sei kein Roboter!“ und erläuterte aufschlussreich, warum Menschen doch am liebsten bei Menschen kaufen.

Überraschung: bekanntes Werbegesicht

Ein erster Höhepunkt der Veranstaltung war wie in jedem Jahr die Verleihung des Goldenen Dreiecks, moderiert von der wie immer bestens aufgelegten Ruth Moschner. Spannend war die Vergabe der drei ersten Plätze, die wie im vergangenen Jahr durch die Zuschauer und ihr Live-Voting direkt entschieden wurde. Unterhaltsame Hingucker: die Auftritte und Gespräche der prominenten Jurymitglieder. In diesem Jahr versammelten sich auf der MHK-Bühne die Moderatorin Sonya Kraus, Backexpertin Enie van de Meiklokjes, Handwerker-König Mark Kühler, Bettina Wündrich, Zuhause Wohnen-Chefredakteurin und Schirmherrin der Aktion, und Johann Lafer, allseits bekannter Fernsehkoch.

Dieser sorgte auf der Bühne für einen besonderen Überraschungsmoment: Der Küchenprofi Johann Lafer präsentierte sich im Gespräch mit Ruth Moschner als neues Testimonial für musterhaus küchen Fachgeschäfte, der künftig in Funkspots und Anzeigen für die bekannteste Marke der MHK Group wirbt. Spontan brandete herzlicher Applaus im vollbesetzten Saal für diesen sympathischen und kompetenten Werbeträger auf.

Rasenfläche, Tartanbahn und Olympiastadion Berlin – die 5.500 Quadratmeter große Messe living & style mit 91 Ausstellern stand diesmal ganz im Zeichen des Sports und der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft. Weltmeisterlich das Ausstellerportfolio und die Gestaltung der Convention Hall 1 – hier waren die Küchen- und Bad-Champions unter sich und feierten einen gelungenen Messeabend.

Ideen zur Gestaltung der Zukunft der Fachgeschäfte

Am Anfang des zweiten Tages der MHK-Hauptversammlung stand eine Überraschung: Für den Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, der kurzfristig absagen musste, sprach stattdessen Dr. Joachim Gauck – bis März 2017 amtierender Bundespräsident. Er weitete den Blick und sprach über „Deutschland in Zeiten aktueller Herausforderungen und neuer Instabilitäten“. In seinem fesselnden Vortrag sprach er auch über die positiven Entwicklungen in Deutschland – das Publikum dankte ihm mit Standing Ovations.

In seiner Hauptrede „Erfolgsfaktor Mensch im Zeitalter der Digitalisierung“ unterstrich Hans Strothoff die Bedeutung der MHK Group für die Branche mit ihren zukunftsweisenden Angeboten. Bei der Lösung aktueller und zukünftiger Herausforderungen setzte die Gruppe einmal mehr Maßstäbe – beispielsweise mit einer neu gegründeten Europa Akademie zur Sicherung des inhabergeführten Fachhandels, die Fachgeschäfte bei der Nachfolge unterstützt. Als weitere Innovation präsentierte Strothoff die „MHK-Initiative Fachkräfte“ zur Rekrutierung sowie Aus- und Weiterbildung vor allem von Quereinsteigern für Verkauf und Montage – eine klare Antwort auf den akuten Fachkräftemangel, der in Zukunft noch zunehmen wird. „Dabei wird das stationäre Fachgeschäft immer im Zentrum des Küchenverkaufs stehen“, setzte Strothoff die Messlatte. „Dazu braucht der Handel der Zukunft, also der Handel 4.0, auch Mitarbeiter 4.0.“ So demonstrierte er seinen Blick über den Tellerrand und in die Zukunft.

Einen besonderen Akzent setzte in seinem Vortrag „Service-Excellence im digitalen Zeitalter“ Carsten K. Rath, der vom Terrassenkellner zum Grand Hotelier aufstieg. Er appellierte an den Servicegedanken und demonstrierte dem interessierten Publikum eine branchenübergreifende Weisheit: „Für Herzlichkeit gibt’s keine App.“

Max Raabe überzeugt beim großen Finale am Gala-Abend

Ein echter Hingucker dann zum Programmfinale: Der Show-Act zum futuristischen Finale der MHK-Hauptversammlung mit Lasershow, Lichtakzenten, eindringlichen Musikakkorden, Tänzern und einem überdimensionalen tanzenden Roboter setzte der gelungenen Veranstaltung einen furiosen Schlussakkord.

Festlich in Kerzenlicht getaucht wurde die Convention Hall am Gala-Abend als Höhepunkt der mehrtägigen Veranstaltung. Erster Programmpunkt war die Vorstellung der in der Gesellschafterversammlung gewählten Beiräte von interdomus Haustechnik und MHK Group. Dr. Karsten Ottenberg, Vorsitzender der BSH-Geschäftsführung, ging danach in seiner Rede auf das Hauptthema der MHK-Hauptversammlung ein. Er forderte engagiert dazu auf, die Menschen im Lebensraum Küche zu verstehen, um ihnen auch die richtigen Lösungen anbieten zu können.

Anschließend setzte das Vier-Gänge-Menü im festlichen Saal kulinarische Akzente. Musikalische Höhepunkte bot anschließend der Sänger Max Raabe und sein 12-köpfiges Palast Orchester. Zu Hause auf den Bühnen der Welt – von der Carnegie Hall in New York bis zu Auftritten in China und Japan – bezirzte der Sänger mit der schmelzenden Bariton-Stimme auch in Berlin seine Zuhörer mit verschmitztem Witz und eleganter Musik. Ein ganz besonderes Vergnügen der Extraklasse.

Kein Wunder, dass die Meinungen am Ende des größten Branchentreffens des Jahres eindeutig waren: Wie schon oft war die mehrtägige Veranstaltung eine gelungene Präsentationsplatt-form der MHK Group und ihrer innovativen Angebote und Visionen. Ein Marktplatz mit Trends, Ideen und dem Menschen im Mittelpunkt. Eine Jahreshauptversammlung, auf der nicht nur die Roboter tanzten.

Küchen Order Messe 2017

20.09.2017: Den Erfolgskurs weiter fest im Blick

Zufriedene Gesichter bei Handel und Industrie – Erstes Fazit der KOW 2017

Von Daniel C. S c h m i d

E n g e r . Auch wenn die Messe noch voll im Gang ist und die Aussteller noch bis morgen oder Freitag geöffnet haben, kann bereits jetzt ein Fazit gezogen werden. Die Herbstmessen in Ostwestfalen-Lippe haben alle Erwartungen erfüllt. Aussteller und Besucher sind zufrieden. Das Interesse an der diesjährigen Küchenleistungsschau war groß.

Die meisten Aussteller haben mehr Besucher gezählt als im Vorjahr. Ein Grund ist sicherlich auch, dass sich viele Händler sich aufgrund von Insolvenzen ihrer Hersteller nach Alternativen umschauen müssen. Die Messe wurde deshalb von vielen Händlern genutzt, die Lieferanten auf Herz und Nieren zu prüfen.

In der Tat können sich die Besucher in den Hausmessen und Ausstellungszentren einen guten Eindruck verschaffen. Die Aussteller nutzen die Chance, ihr Publikum umfassend zu informieren und zu begeistern. Neben der Präsentation der Neuheiten gibt es immer häufiger die Möglichkeit, einen Gang in die Fertigung oder in die Qualitätskontrolle zu machen. Daneben werden die Gäste in aufwendig gestalteten Restaurants bekocht oder zu Kundenabenden eingeladen.

Der Händler hat es nicht einfach, die richtigen Hersteller zu finden. Denn die Produkte sind alle qualitativ hochwertig und von gutem Design. Die Küchenbauer setzen ähnliche Technik ein und die Fronten kommen häufig von gleichen Vorlieferanten.

Die Wahl des Lieferanten hängt also von vielen weiteren Faktoren ab. Einerseits von den Konditionen, die in der Regel vom jeweiligen Verband festgelegt werden, andererseits von der Unterstützung beim Verkauf. Gerade in einem hart umkämpften Markt suchen die Händler händeringend nach Alleinstellungsmerkmalen in der Vermarktung. So haben beispielsweise Ballerina Küchen und die MHK Group eine Veggie-Küche entwickelt. Die Selectiv-fresh Küche wird mit einem zeitgemäßen Vermarktungskonzept angeboten, zu der Blogs und Detox-Workshops in den Geschäften gehören. Heidrun Brinkmeyer, Geschäftsführerin von Ballerina, ist überzeugt, dass Hersteller ihren Kunden dadurch echten Mehrwert bieten können.

Die Messe hat auch gezeigt, wie komplex die Küchenvermarktung geworden ist. »Gute Produkte reichen nicht aus. Man benötigt die richtigen Dienstleistungen«, so ein Fachbesucher aus Bayern. Viele Messebesucher nutzen die Reise nach Ostwestfalen, um sich auch über Software für Küchenplanung und Warenwirtschaft, Finanzdienstleistungs- oder Garantieverlängerungsangebote zu informieren.

Die Hersteller und Händler sind gespannt, wie sich die Küchenbranche in den nächsten Monaten entwickelt. Die meisten Indikatoren lassen ein weiteres Wachstum erhoffen. Da das erste Halbjahr rückläufig war, sind jedoch bei vielen die Erwartungen erst einmal etwas gedämpft.

Dennoch steht fest: Die Küchenbranche wird ihren Erfolgskurs der letzten Jahre im In- und Ausland weiter fortsetzen. Denn Küchen »made in Germany« sind an der Weltspitze und müssen keinen Vergleich scheuen. Die Branche kann stolz auf sich und ihre Produkte sein, während sich die Konsumenten an perfekten Küchen erfreuen.

Der Besuch der Küchenmesse in Ostwestfalen-Lippe ist auch in diesem Jahr höchst lohnenswert, auch wenn mancher Schuh schmutzig wurde und sich mancher Autoreifen tief in nasse Wiesen gegraben hat. Die KOW ist schon immer etwas besonderes.

Küchen Order Messe 2017

19.09.2017: Eine Vision für die Branche

Viele Gäste und klare Worte beim MHK-Branch

Von Dr. Daniel C. S c h m i d

E n g e r . Hoch her ging es gestern Abend beim MHK-Branchenabend in Enger. Hans Strothoff hatte die Branche zum traditionellen Abend geladen, um über die aktuellen Herausforderungen zu diskutieren.

Dass es der Branche trotz vieler Negativschlagzeilen gut geht, war an der guten Stimmung zu spüren. Auch wenn die Anzahl der Hersteller rückläufig ist und auch manch bekannter Name deshalb auf der Gästeliste fehlte, kamen sehr viele Gäste. Das Forum in der Industriestraße war bis auf den letzten Platz besetzt. Das who is who der Branche gab dem MHKChef die Ehre.

Bevor Gastredner Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV e.V., ans Rednerpult ging, begrüßte Hans Strothoff gut gelaunt die Gäste mit einem Blick auf die wirtschaftliche Situation. »Auch wenn das erste Halbjahr nicht die Erwartungen der Branche erfüllt hat und die Umsatzkurve eine kleine Delle erfuhr, können wir positiv in die Zukunft blicken.« Nach wie vor seien die Kunden in bester Laune. Sichere Arbeitsplätze und die wachsende Bedeutung des Themas Kochen und Küche würden zudem die Entwicklung positiv beeinflussen. Die Insolvenzen der letzten Monate würden jedoch der Branche schaden. »Insolvenzen kosten uns viele Nerven und die wichtigste Währung: das Vertrauen bei den Kunden.«

Strothoff ging auf die Situation der Verbände ein. Um auf Augenhöhe mit den immer größer werdenden Industriepartnern zu verhandeln, sei eine gewisse Stärke erforderlich. Deshalb sei es wichtig, dass Verbände ihre Kräfte bündeln und Synergien nutzen, denn auch die Verbände bekämen seitens ihrer Mitglieder Druck. »Nur starke und leistungsfähige Verbände können ihre Partner in allen Unternehmensbereichen umfassend unterstützen.«

Strothoff zeigte sich überzeugt, dass es auch in naher Zukunft zu weiteren Fusionen und Kooperationen kommen werde. Erforderlich seien diese zudem, um den enorm wachsenden Großflächenanbietern Paroli bieten zu können.

Der MHK-Chef stellte klar: Auch die Hersteller profitieren von einem starken Handel. Nur ein gesunder Handel, der nicht am Hungertuch nage und seine Ware wie Sauerbier anpreisen müsse, sei in der Lage, die Ware erfolgreich zu verkaufen. Strothoff bekräftigte seine Forderung, dass Industrie und Handel auch in Zukunft ihre bewährte Aufgabenteilung weiter erhalten sollten. Er sei beunruhigt, dass immer mehr Hersteller versuchten, direkt Geschäfte mit den Kunden zu machen.

Hans Strothoff warb für eine engere Partnerschaft zwischen Industrie und Handel. Gemeinsam müsse eine Vision entwickelt werden, wie die Wünsche der Kunden künftig gemeinsam noch besser erfüllt werden können. Gemeinsam müssten auch die Vorteile der Digitalisierung genutzt werden.

Dr. Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV, unterstrich in seinem Vortrag die Aussagen Strothoffs. Die Verbände seien wichtig für einen starken Handel. Der deutsche Handel sei deshalb so gut, weil viele Unternehmen in Verbundgruppen organsiert seien.

Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann nannte dabei Daten und Fakten: DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV repräsentiert 230 000 Unternehmen in 300 Verbundgruppen aus über 45 Branchen. Verbundgruppen erzielten nach seiner Aussage enorme 18 Prozent des deutschen Bruttosozialproduktes. Eines sei dabei bedeutsam: Kooperierende Unternehmen seien prinzipiell leistungsfähiger als zentralgesteuerte.

Gerade der Möbelhandel sei wegen des hohen Organisationsgrades derartig vielfältig. 60 Prozent der Unternehmen gehörten einer Kooperation an. Dank starker Verbände sei bisher das Fachgeschäftesterben ausgeblieben.

Für Veltmann ist die Fusion von VME und Union richtig. Wenn die Einheiten auf Herstellerseite größer werden, ist es erforderlich dass auch Verbände größer werden. Für den Hauptgeschäftsführer ist die Entscheidung sinnvoll. Dadurch würde die Effizienz und das Leistungsvermögen jeden einzelnen Partners erhöht: »Und auch Zukunftsaufgaben, wie die Digitalisierung, sind nur lösbar, wenn Unternehmen die Kräfte bündeln.«

Der Hauptgeschäftsführer lobte die MHK Group. Sie sei nicht nur vorbildlich geführt, sondern auch gut aufgestellt. Zum einen ist sie diversifiziert und bietet Leistungen für verschiedene Branchen an. Zum anderen hat sie eine Reihe von Dienstleistungsunternehmen wie CARAT und CRONBANK geschaffen, die nicht nur Leistungen für die MHK-Mitglieder erbringen.

Für ihn ist es unverständlich, dass Kartellbehörden solche Fusionen oftmals hinterfragen. Sie würden zu oft in engen, regionalen Kästchen denken. Er forderte dagegen weltweite Wettbewerbsregeln. Die bisherige wettbewerbsrechtliche Regelungen seien in der digitalen Welt oftmals veraltet und auch nicht im Sinne des Verbraucherschutzes.

Küchen Order Messe 2017

18.09.2017: Ostwestfalen-Lippe als Theaterbühne

Viele Neuheiten und großartige Inszenierungen begeistern Besucher

Von Dr. Daniel C. S c h m i d

E n g e r . Die Messe ist erfolgreich gestartet. Auch am zweiten Tag war der Andrang seitens der Fachbesucher groß. Die Parkplätze waren so voll, dass vielerorts sogar auf den Wiesen und Äckern neben den Werkshallen geparkt werden musste. Viele Besucher nutzten das Wochenende für einen Abstecher nach Ostwestfalen. Die meisten Aussteller zählten mehr Besucher als im Vorjahr. Entsprechend positiv ist die Stimmung bei der Industrie.

Die Besucher bekommen viel Neues zu sehen. Der Trend hält an, dass Küchen wohnlicher werden. Landhaus Küchen sind weiter auf dem Vormarsch. Weiße puristische Küchen gibt es immer seltener. Dafür sind Erdtöne und Grautöne im Kommen, ebenso wie dunkle Hölzer. Auch das Material Beton gewinnt in der Küche an Bedeutung.

Bei den Elektrogeräten gibt es zahlreiche Neuheiten. Kochfelder mit integriertem Abzug haben nun fast alle Hersteller im Programm. Der Trend hält an, dass Geräte hochwertiger und schöner werden und den Nutzern immer mehr Komfort bieten. Ebenso sind schwarze Fronten weiter auf dem Vormarsch. Backöfen mit neuen Gar- und Brattechniken gibt es in allen Preislagen.

Augenfällig auch: Die Küchen und Geräte werden immer mehr inszeniert. Die Aussteller entwickeln mit Agenturen und kreativen Ladenbauern Konzepte, wie sie ihre Produkte noch emotionaler präsentierten. Bei Häcker macht ein weißer Sportwagen Lust auf die Marke Blaupunkt. Großartige Lebenswelten, die schon fast an Theaterkulissen erinnern, sind beim Rödinghausener Küchenbauer entstanden. Neff und Häcker haben Raumkonzepte geschaffen, die der Handel so in die Ausstellung übernehmen kann. Zusätzlich erhält er Tipps zur Präsentation und einen Bezugsquellennachweis, um Möbel, Tapeten und Dekoartikel zu ordern. Die Unternehmen haben erkannt, dass sich Erfolg nur dann einstellt, wenn die eigens erdachten Präsentationskonzepte im Handel übernommen werden.

Eine Studie, die Bauformat/Burger durchführte zeigt, dass Händler auch zur Messe kommen, um Ideen für die Küchenplanung und die Dekoration zu gewinnen. Dem entsprechend wurde die Ausstellung mit viel Liebe fürs Detail geplant und die Küchen entsprechend aufwändig dekoriert. So stehen Schalen mit gut riechenden orientalischen Gewürzen auf der Arbeitsplatte. Tageszeitungen aus aller Welt schmücken den Esstisch.

Die Aussteller sind sich einig: Eine Präsentation in den eigenen vier Wänden ist durch einen Auftritt in Köln oder Mailand nicht zu ersetzen. Denn nur in der Hausausstellung lässt sich die Leistungsstärke und -vielfalt der Unternehmen in Gänze zeigen.

Deshalb tun die Hersteller alles dafür, dass die Besucher aus allen Orten der Welt den Weg ins beschauliche Ostwestfalen finden. Wenn es sein muss, werden Besuchergruppen aus den USA oder Fernost eingeflogen und mit eigens dafür eingerichteten Shuttles vom Frankfurter Flughafen nach Ostwestfalen gebracht.

Eins ist aber klar. Auch wenn das Hersteller-Hopping mit vielen Strapazen verbunden ist, täglich viele Kilometer zurückzulegen sind, lange Wartezeiten an roten Ampeln dazugehören und mit hohen Absätzen über die ein oder andere nasse Wiese zu gehen ist: die »Küchenmesse Made in Germany « ist in jeder Hinsicht etwas ganz Besonderes und der Besuch in Ostwestfalen-Lippe jedes Jahr aufs neue höchst lohnenswert.

Küchen Order Messe 2017

17.09.2017: Viel Sonne am Küchenhimmel

Gelungener Auftakt der Herbstmesse in OWL – Branche geht optimistisch in den Herbst

Von Dr. Daniel C. S c h m i d

E n g e r . Es ist angerichtet! Seit gestern werden Küchen, Elektrogeräte und Zubehör auf der weltweit größten Küchenleistungsschau präsentiert. Im Bermuda-Dreieck zwischen Melle, Bad Oeynhausen und Verl stellen in den kommenden sechs Tagen rund 170 Hersteller ihre Ware zur Schau.

Für all diejenigen, die sich in Deutschland mit Küchen beschäftigen, ist die Reise nach Ostwestfalen ein Pflichttermin. Neuheiten, mit denen die Branche im kommenden Jahr beim Verbraucher punkten möchte, werden erstmals hier gezeigt. Gerade die Händler fahren deshalb immer mit hohen Erwartungen zur KOW.

Der erste Messetag war positiv. Die Sonne strahlte fast den ganzen Tag und es gab nur wenige Wolken am Himmel. Es scheint so, als habe sich Petrus an der Branchenstimmung orientiert. Auch wenn das erste Halbjahr die Erwartungen nicht ganz erfüllt hat und die Umsätze im Inland leicht rückläufig waren, sind Industrie und Handel insgesamt zufrieden. Die meisten Hersteller konnten den inländischen Rückgang durch ein Wachstum im Ausland kompensieren. Auch die Schieflage einiger Hersteller führt dazu, dass die Maschinen in den Produktionshallen weiter auf Hochtouren laufen.

Insgesamt blicken die Aussteller und Besucher optimistisch in die Zukunft. Nach wie vor geht es der deutschen Wirtschaft gut, die Arbeitsplätze sind sicher und die Konsumenten in Kauflaune. Eine hohe Bautätigkeit und eine wachsende Bedeutung der Themen Kochen und Küche sorgen zudem für Rückenwind. Alle erwarten ein weiteres gutes Küchenjahr.

Um dafür gerüstet zu sein, müssen jetzt im Herbst die Weichen gestellt werden. Die Messemacher rechnen deshalb damit, dass in den nächsten Tagen so viele Besucher kommen, wie noch nie. Diese werden aber nicht nur schauen, sondern auch kaufen. »Das ist der Unterschied zu Köln«, so ein Vertriebsleiter eines Küchenherstellers.

Die Auswahl wird den Besuchern nicht einfach gemacht. Sie haben die Qual der Wahl. Es gibt quantitativ und qualitativ viel zu sehen. Die Zahl der Aussteller hat sich um zehn auf 170 erhöht. Erstmalig ist gaggenau mit einem Stand im house4kitchen und Smeg auf Gut Böckel vertreten.

Der Gang durch die Ausstellungen und Hausmessen zeigt: Die Präsentationen sind in Weltformat. »Küchen made in Germany« sind in Punkto Design und Qualität spitze. Auch die Vorteile der Digitalisierung werden genutzt und sorgen für mehr Komfort. Häcker hat die komplette Ausstellung umgebaut und präsentiert unterschiedliche Erlebniswelten. Im MAZ, das in das Küchen Center Löhne umgewandelt wurde, präsentiert AEG ihre Produkthighlights auf höchstem Niveau.

Gespannt sind Besucher aber vor allem auf die Neuheiten. So ist interessant, welche Farben und Materialien in den Küchen 2018 eingesetzt werden und welche neuen technischen Entwicklungen es gibt. Schüller präsentiert unter anderem ein neues Hauswirtschaftsraum-Konzept und Marktführer Nobilia die neue Korpushöhe XL.

Wie wichtig Innovationen sind, um Begehrlichkeiten bei den Verbrauchern zu wecken, hat die IFA gezeigt. Allen voran hat es Miele mit seinen Neuheiten geschafft, den Blick der Öffentlichkeit auf die Technik in der Küche zu lenken. Selten gab es eine Produktvorstellung, die in den Medien auf so großes Interesse stieß. Die kommenden Tagen werden nun zeigen, wie die Neuheiten beim Handel angenommen werden.

Es wäre wünschenswert, wenn die Branche gerade zum Jahresende hin wieder für positive Schlagzeilen sorgen würde.

An der Stimmung, den Ausstellern, den Besuchern und dem Wetter soll es dabei nicht liegen: Am ersten Tag präsentierten sich alle von ihrer besten Seite.


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